Innenminister Herrmann mit den Geehrten
© Sammy Minkoff

Herrmann händigt Bundesverdienstkreuz aus

München, 26. November 2019 (stmi). Außerordentliches Engagement für den Radverkehr in Bayern sowie für die Wasserwacht im Bayerischen Roten Kreuz: Innenminister Joachim Herrmann hat das Bundesverdienstkreuz am Bande an Armin Falkenhein und Professor Stefan Goßner ausgehändigt.

Armin Falkenhein

Armin Falkenhein aus Bobingen, Landkreis Augsburg, ist Ehrenvorsitzender des ADFC Bayern. Sein Name steht wie kaum ein Zweiter für die Förderung des Radverkehrs in Bayern. Bereits seit mehr als drei Jahrzehnten engagiert er sich in herausragender Art und Weise beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e. V. (ADFC) sowohl auf regionaler als auch auf überregionaler Ebene. Im Jahr 1986 trat er dem ADFC bei, in einer Zeit, in der die breite Öffentlichkeit dem Radfahren noch keine besondere Aufmerksamkeit widmete. Dabei ist bemerkenswert, dass er bereits damals – sozusagen als Vorreiter – das Radfahren als zukunftsweisend einschätzte und alles dafür tat, dass der Radverkehr in Deutschland hoffähig wird. So wurde auf seine Initiative hin 1988 der ADFC-Bezirksverein Bayerisch-Schwaben gegründet, der dank seines Engagements schnell wuchs und bereits zwei Jahre später 1.000 Mitglieder zählte.

Dieser Erfolg führte natürlich zu überregionaler Aufmerksamkeit und so war es nicht weiter verwunderlich, dass er 1991 Gründungsvorsitzender des ADFC-Landesverbands Bayern wurde. In den vielen Jahren seines Engagements war er in zahlreichen Funktionen aktiv. Ob zunächst als Sprecher des Augsburger Radlerforums, als Bezirks- und Landesvorsitzender oder nun als Ehrenvorsitzender des ADFC: Stets bewies er große Führungsstärke, Fachkunde und Überzeugungskraft. Er kämpfte nachdrücklich und fundiert für die Belange der Radlerinnen und Radler und verstand es mit beispielhaftem Engagement, das Radfahren in den Blickpunkt der Öffentlichkeit und auch der Politik zu rücken. Als langjähriger Landesvorsitzender des ADFC war er der Motor zahlreicher Projekte und Initiativen. Ganz besonders ist die 2002 von ihm initiierte Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit" zu nennen, die seither mit der AOK Bayern als Partner bayernweit durchgeführt wird und jedes Jahr regen Anklang in der Bevölkerung findet. Damit hat er das Bewusstsein der Menschen für den Radverkehr nachhaltig positiv geprägt.

Doch nicht nur durch solche Aktionen ist er so etwas wie der "oberste Radler Bayerns" geworden: Auch durch sein unermüdliches Eintreten etwa für die zeitgemäße Ausgestaltung von Fahrradparkplätzen an Bahnhöfen und den Ausbau des Radwegenetzes in unserem Freistaat hat er sich außerordentlich verdient gemacht. Egal ob als Fachreferent im ADFC Bundesverband oder als Vertreter des ADFC im Beirat der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern oder einfach nur als Standdienst bei ADFC-Veranstaltungen: Stets kann man sich auf ihn verlassen! Umso erstaunlicher ist, dass er neben seinem Einsatz für den ADFC noch Zeit für ein weiteres Ehrenamt hatte. Zehn Jahre lang war er Vorsitzender des Imkervereins Bobingen und hat auch in dieser Tätigkeit beispielhaft gewirkt. Falkenhein ist ein wahrer Pionier des Verkehrsmittels Fahrrad, der mit Recht stolz darauf sein kann, was er in all den Jahren für den ADFC und die vielen hunderttausenden Radfahrerinnen und Radfahrer vollbracht hat.

Professor Stefan Goßner

Professor Stefan Goßner aus Neufahrn bei Freising hat sich mit seinem langjährigen und außerordentlichen Engagement im Bereich der Wasserrettung beim Bayerischen Roten Kreuz große Verdienste um die Allgemeinheit erworben. Vor 62 Jahren hat er seine aktive Tätigkeit bei der Wasserwacht Illertissen als Rettungsschwimmer begonnen. Bereits nach vier Jahren qualifizierte er sich zum Ausbilder für Rettungsschwimmer weiter, ehe er von 1965 bis 1969 der Wasserwacht-Ortsgruppe Babenhausen/Schwaben als Leiter vorstand. Trotz eines berufsbedingten Umzugs nach München führte er sein Engagement für die Wasserwacht weiter und übernahm dort bis in die 1990er Jahre die Aufgabe des Bezirksausbilders im Wasserwacht-Bezirk Oberbayern. Zudem war er dort unter anderem einige Zeit deren Technischer Leiter, Mitglied der Abteilungsleitung München sowie im Folgenden viele Jahre Mitglied und Vorsitzender der Bezirksleitung.

Seine herausragende Fachexpertise und sein Talent, schwierige Sachverhalte anschaulich und verständlich erklären zu können, führten dazu, dass er von 1988 bis 1995 als Landesausbilder für Rettungsschwimmen der Wasserwacht Bayern fungierte. In dieser Funktion war er für die Rettungsschwimmerausbildung der gesamten Wasserwacht Bayern verantwortlich. Bereits seit 1973 hatte er das Lehrbuch für Rettungsschwimmen im Auftrag des Landesausschusses der Wasserwacht, dem er selbst 14 Jahre angehörte, überarbeitet und sich somit erste Meriten in der Aus- und Fortbildung verdient. Über zwei Jahrzehnte betreute er das Lehrbuch alleinverantwortlich, das ihn weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt gemacht hat. Darüber hinaus wirkte er an einer Reihe von weiteren Leitfäden, Fibeln und Fachbüchern zur Wasserrettung maßgeblich mit.

Daneben unterstützte er zahlreiche Rettungsschwimmwettbewerbe, die er nicht nur organisierte, sondern auch leitete. Fast 20 Jahre war er als Leitender Schiedsrichter bei allen Bundeswettbewerben im Rettungsschwimmen für Erwachsene eingesetzt. Nicht zu vergessen seine zahlreichen Ämter und Funktionen in verschiedenen Arbeitsgruppen und Ausschüssen der Wasserwacht Bayern, des BRK und der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes, so zum Beispiel im Bundesausschuss Wasserwacht. Auch in den Aufbau der Wasserwacht Sachsen war er nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990 maßgeblich involviert.