Bayerns Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann besucht Flüchtlingscamp und Bundeswehr in Jordanien

München, 16.06.2019

Bayerns Innen- und Integrationsminister Joachim Herrmann nach Besuch von Flüchtlingscamp und Bundeswehr in Jordanien: Jordanien ein wichtiger Stabilitätsanker im Nahen Osten - Weitere Unterstützung notwendig - Hervorragende Arbeit der Bundeswehr - Dank auch an Luftwaffe-Soldaten aus Bayern

+++ Auf seiner Jordanienreise hat heute Bayerns Innenminister Joachim Herrmann das Flüchtlingscamp in Al-Azraq nahe der syrischen Grenze besucht. Außerdem hat er sich beim nahegelegenen 'Camp Sonic' über den Bundeswehreinsatz informiert und Luftwaffen-Soldaten aus Bayern zu Gesprächen getroffen. "Jordanien ist ein wichtiger Stabilitätsanker im Nahen Osten, gerade in Flüchtlingsfragen und bei der Bekämpfung des Islamischen Staates", betonte Herrmann. "Davon profitieren wir auch in Europa." +++

In Jordanien halten sich derzeit mehrere hunderttausende Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak auf. Hinzu kommen unter anderem mehr als zwei Millionen palästinensische Flüchtlinge, die seit Jahrzehnten im Land sind. Laut Herrmann leistet Jordanien bei der Bewältigung der aktuellen Flüchtlingskrise einen unverzichtbaren Beitrag, trotz schwieriger Rahmenbedingungen wie die Lage zwischen krisengeschüttelten Regionen und knapper Ressourcen wie Wasser. Rund jeder zehnte der derzeit etwa zehn Millionen Einwohner hat eine Flüchtlingsbiografie. "Auch wenn aus Jordanien bereits mehrere zehntausende Flüchtlinge wieder nach Syrien zurückgekehrt sind, wird dort die Flüchtlingskrise auch in den kommenden Jahren einen zentralen Stellenwert haben", erklärte Herrmann. "Darin müssen wir Jordanien auch in Zukunft tatkräftig auf nationaler und europäischer Ebene unterstützen."

Besonders beeindruckt war der Innenminister vom Flüchtlingscamp in Al?Azraq, das er erstmals im November 2014 etwa ein halbes Jahr nach der Eröffnung besucht hatte. Knapp 40.000 syrische Flüchtlinge sind aktuell dort untergebracht, etwa 90 Kilometer von der syrisch-jordanischen Grenze entfernt inmitten der Wüste. "Das ist schon eine Riesenleistung des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, so viele Menschen in diesem entlegenen Camp mit Strom, Wasser, Nahrungsmittel und Medikamenten zu versorgen", lobte Herrmann. Das am Aufbau unter anderem beteiligte Technische Hilfswerk habe hervorragende Arbeit geleistet, beispielsweise bei der Wasserversorgung.  Zudem verwies Herrmann darauf, dass das Kinderhilfswerk UNICEF zusammen mit dem jordanischen Schulministerium einen Unterricht für die syrischen Flüchtlingskinder bis hin zur Hochschulreife organisieren konnte. "Das schafft für die jungen Flüchtlingskinder wichtige Perspektiven", lobte der Minister.   

Ebenfalls beeindruckt war der Innenminister, der selbst Reserveoffizier im Rang eines Oberstleutnants ist, vom Engagement des Bundeswehreinsatzkontingents im Camp Sonic. Rund 280 deutsche Soldatinnen und Soldaten beteiligen sich dort seit gut drei Jahren mit Aufklärungsjets vom Typ 'Tornado' und Tankflugzeugen am Kampf gegen den 'Islamischen Staat' (IS). "Das, was unsere Soldatinnen und Soldaten fern der Heimat im Kampf gegen den IS leisten, ist großartig", hob Herrmann hervor. "Das ist angesichts der weltweiten Bedrohung durch den IS auch im unmittelbaren Sicherheitsinteresse Deutschlands." Von der hohen Motivation der Bundeswehr-Kameradinnen und Kameraden konnte er sich auch bei seinen Gesprächen mit den knapp 50 Luftwaffen-Soldaten aus Bayern überzeugen. Herrmann sprach allen im Camp Sonic stationierten deutschen Soldaten seinen "großen Respekt" und ein "herzliches vergelt's Gott" in Namen der gesamten Bayerischen Staatsregierung aus. "Kehren Sie stets wohlbehalten von Ihren Einsätzen zurück!"

Wertvolle Impulse erwartet der bayerische Innenminister auch von seinen Gesprächen mit dem jordanischen Innenminister Salameh Hammad und Vertretern von Sicherheitsbehörden, die für Montag, den 17. Juni, in der jordanischen Hauptstadt Amman geplant sind. "Neben der Flüchtlingsfragen geht es mir insbesondere auch um die Bekämpfung von Kriminalität und Terrorismus", so Herrmann. Beispielsweise hätten jordanische Polizeibehörden umfangreiche Erkenntnisse über den IS, die auch für die bayerische Terrorbekämpfung und Deradikalisierungsarbeit sehr wertvoll seien. An den Gesprächen nimmt deshalb unter anderem auch Bayerns Landespolizeipräsident Prof. Dr. Wilhelm Schmidbauer teil. "Wir werden Kooperationsmöglichkeiten mit den jordanischen Sicherheitsbehörden ausloten", kündigte Herrmann an.

Bilder der heutigen Stationen der Jordanienreise können ab 17. Juni, 12 Uhr, unter www.innenministerium.bayern.de abgerufen werden.